Kliniktasche packen

💛 Erfahrungsbericht

Kliniktasche packen: Was mir beim ersten Kind keiner gesagt hat

 Kliniktasche Geburt
Die Kliniktasche packen war bei mir kein romantischer Moment, sondern nackte Panik um 22 Uhr 

Es ging plötzlich los.

Nicht wie im Film, nicht mit einer sanften Wehe, bei der ich noch Zeit hatte, tief durchzuatmen und mir zu sagen, dass jetzt alles seinen ruhigen Lauf nimmt, sondern mit einem stechenden Ziehen um kurz nach zehn Uhr abends, während ich auf der Couch saß und eigentlich nur noch ins Bett wollte. Mein Mann sprang auf, ich blieb sitzen, und dann kam der Satz, den ich bis heute nicht vergessen habe: „Wo ist eigentlich die Kliniktasche?“ Ich war in der 38. Schwangerschaftswoche. Ich hatte drei Monate Zeit gehabt. Drei Monate, in denen ich mir mindestens zehnmal vorgenommen hatte, „dieses Wochenende“ endlich zu packen, und in denen ich es jedes einzige Mal wieder verschoben habe, weil andere Dinge dringender erschienen, das Babyzimmer, die Kita-Anmeldung, die Geburtsvorbereitungskurse. Die Tasche selbst stand fertig gekauft und komplett leer im Kleiderschrank.

Was dann folgte, war eine Stunde, in der mein Mann zwischen Wehenabständen mit dem Handy in der Hand durch die Wohnung rannte, während ich auf dem Bettrand saß und ihm zurief, was noch in die Tasche musste, und in der wir am Ende trotzdem ohne Ladekabel, ohne meine Kontaktlinsenflüssigkeit und mit exakt einem einzigen Body für das Baby im Krankenhaus ankamen. Ich erzähle das nicht, weil es eine lustige Anekdote für einen Blogartikel ist, sondern weil ich glaube, dass genau das der Grund ist, warum so viele Frauen die Kliniktasche vor sich herschieben. Es fühlt sich an wie eine Aufgabe, die man erst dann wirklich ernst nehmen kann, wenn man auch wirklich bereit ist für das, was da kommt. Und solange man diese Bereitschaft noch nicht spürt, bleibt die Tasche leer im Schrank stehen.

Die Kliniktasche Geburtsvorbereitung ist kein To-do, sondern ein Gefühl

Beim zweiten Kind habe ich es anders gemacht, und der Unterschied lag nicht in einer besseren Checkliste, sondern in einem einzigen Gedanken, den ich mir bewusst gemacht habe: Die meisten Mamas denken, sie müssten die Kliniktasche perfekt und vollständig packen, weil sie sonst im Krankenhaus etwas Wichtiges vermissen würden, dabei ist die eigentliche Wahrheit viel entspannter, nämlich dass so gut wie jede deutsche Geburtsklinik im Ernstfall alles Nötige vorrätig hat, vom Nachthemd bis zur Windel, und dass die Tasche in erster Linie dafür da ist, dass du dich in einer ohnehin aufregenden Situation mit deinen eigenen, vertrauten Dingen umgeben kannst, nicht dafür, jede erdenkliche Eventualität abzudecken. Diese Erkenntnis hat bei mir mehr verändert als jede Liste, weil der Druck, „nichts vergessen zu dürfen“, plötzlich weg war.

Ich will hier ehrlich sein, auch wenn das nicht besonders glamourös klingt: Beim ersten Kind habe ich die Tasche nicht aus Faulheit nicht gepackt, sondern weil ich mich vor dem Packen selbst ein bisschen gedrückt habe. Jedes einzelne Teil, das ich in die Tasche legen sollte, hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass in wenigen Wochen ein Mensch da sein würde, für den ich verantwortlich bin, und das war für mich, mitten in der Schwangerschaft, emotional streckenweise mehr, als ich zugeben wollte. Falls es dir ähnlich geht und du die Tasche seit Wochen vor dir herschiebst, bist du damit nicht allein, und es bedeutet nicht, dass mit dir oder mit deiner Vorfreude etwas nicht stimmt.

Was ich probiert habe, und was komplett danebenging

Der Fehler mit dem „irgendwann packe ich noch“

Mein größter Fehler war der Zeitpunkt, oder besser gesagt das komplette Fehlen eines Zeitpunkts. Ich hatte mir „nach dem Geburtsvorbereitungskurs“ vorgenommen, dann „wenn das Babyzimmer fertig ist“, dann „am Wochenende, wenn ich Zeit habe“, und am Ende hatte ich schlicht keinen festen Termin, an dem ich mich orientieren konnte. Deutsche Hebammen empfehlen übereinstimmend, die Kliniktasche zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche fertig gepackt zu haben, manche raten schon ab der 32. Woche dazu, weil nur ein kleiner Teil der Babys tatsächlich am errechneten Termin zur Welt kommt und ein früherer Start jederzeit möglich ist. Beim zweiten Kind habe ich mir diesen Termin fest im Kalender eingetragen, so wie einen Arzttermin, und genau das hat den Unterschied gemacht. Nicht „irgendwann in den nächsten Wochen“, sondern ein konkretes Datum mit Uhrzeit.

Der Fehler mit der einen großen Tasche für alles

Ich hatte eine einzige riesige Reisetasche gepackt, in der die Sachen für den Kreißsaal, für die Wochenbettstation und für die Heimfahrt des Babys wild durcheinandergemischt waren. Im Kreißsaal wollte ich dann nur mein Ladekabel und ein frisches T-Shirt, musste dafür aber die ganze Tasche durchwühlen, während mein Mann versuchte, gleichzeitig meine Hand zu halten. Beim zweiten Mal habe ich es genauso gemacht, wie es mir mehrere Hebammen unabhängig voneinander geraten hatten: zwei getrennte Taschen, eine kleine für den Kreißsaal mit den Dingen, die während der Geburt selbst wichtig sind, und eine größere für die Wochenbettstation, die im Auto oder zu Hause bleibt und erst nach der Geburt geholt wird. Der Unterschied im Kreißsaal war spürbar, weil mein Mann genau wusste, in welcher Tasche was liegt, ohne suchen zu müssen.

Der Fehler mit den geparfümierten Pflegeprodukten

Ich hatte mein normales Duschgel eingepackt, mit einem kräftigen Vanilleduft, den ich eigentlich liebe. Meine Hebamme auf der Wochenbettstation hat mich sanft darauf hingewiesen, dass starke Düfte beim Stillen ein Problem sein können, weil Neugeborene sich in den ersten Tagen stark an dem vertrauten, unverfälschten Körpergeruch der Mutter orientieren, um die Brust zu finden und anzudocken. Das war mir vorher schlicht nicht bewusst. Beim zweiten Kind habe ich bewusst unparfümierte Produkte gepackt, und auch wenn ich das Vanilleduschgel vermisst habe, war das Stillen von Anfang an entspannter.

Babykleidung Krankenhaus
Zwei Bodys, eine Mütze, eine Decke — mehr braucht das Baby für den Kreißsaal wirklich nicht 

Der Fehler mit der Überpackung fürs Baby

Ich hatte für mein erstes Kind acht Bodys, sechs Strampler, drei Mützchen und zwei Decken eingepackt, „sicherheitshalber“. Genutzt haben wir davon am Ende zwei Bodys und eine Mütze, weil die Klinik für die ersten Tage selbst Kleidung und Windeln stellt und wir das Baby zusätzlich viel öfter im Body auf meiner Haut liegen hatten, als in Kleidung. Für den Kreißsaal selbst braucht ein Neugeborenes wirklich nur sehr wenig: einen Body, eine Mütze, eventuell eine dünne Decke für den ersten Moment, den Rest holt man sich bei Bedarf aus der zweiten Tasche.

🔬 Was Hebammen und Fachleute wirklich empfehlen

Empfehlung, Deutscher Hebammenverband: Die Kliniktasche sollte zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche fertig gepackt sein, da nur ein kleiner Teil aller Babys tatsächlich am errechneten Termin geboren wird. Für dich bedeutet das ganz konkret: Trag dir einen festen Packtermin in den Kalender ein, statt auf ein „irgendwann“ zu vertrauen.

Fachliche Beobachtung, Neugeborenenverhalten (u.a. dokumentiert in der Stillforschung): Neugeborene orientieren sich in den ersten Lebenstagen stark am natürlichen, unverfälschten Körpergeruch der Mutter, um beim Anlegen die Brust zu finden. Starke, künstliche Düfte in Pflegeprodukten können diese Orientierung stören. Für dich bedeutet das: Bei Duschgel, Creme und Deo lieber zu unparfümierten Varianten greifen, zumindest für die ersten Tage nach der Geburt.

Empfehlung, BZgA-Broschüre „Das Baby“: Die meisten Kliniken stellen grundlegende Erstausstattung für das Baby, darunter Windeln und Bodys, ohnehin zur Verfügung. Für dich bedeutet das: Du musst nicht auf Nummer sicher jede Eventualität mit eigenem Material abdecken, sondern kannst dich vorab bei deiner Klinik erkundigen, was tatsächlich fehlt.

Meine detaillierte Packliste, Stück für Stück

Ich zähle dir hier nicht einfach eine generische Liste auf, sondern das, was bei uns beim zweiten Kind tatsächlich in den beiden Taschen gelandet ist, inklusive der Dinge, die kein Ratgeber vorher erwähnt hatte und die sich im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation als echte Erleichterung herausgestellt haben.

Dokumente, die zuerst in die Tasche gehören

Mutterpass, Personalausweis, Krankenversichertenkarte, gegebenenfalls die Einweisung deines Frauenarztes oder deiner Frauenärztin, und falls vorhanden ausständige Befunde wie ein aktueller Laborwert. Diese Dokumente lege ich mittlerweile schon in der 30. Woche in eine kleine Klarsichthülle direkt oben in die Tasche, weil genau das beim ersten Kind das Erste war, das wir in der Hektik nicht gefunden haben. Ich habe mir diesen Organizer* geholt, um alles beisammen zu haben und nutze ihn heute noch für U-Hefte, Krankenkassenkarten und Co.

Kleidung für dich im Kreißsaal

Ein altes, bequemes T-Shirt oder ein weites Nachthemd mit Knopfleiste vorne, das du notfalls wegwerfen kannst, warme Socken, weil einem während der Geburt oft kalt an den Füßen wird, und ein Haargummi für lange Haare. Für die Wochenbettstation dann zwei bis drei bequeme Nachthemden oder Still-Pyjamas, eine Jogginghose oder Leggings mit weitem Bund, einen Bademantel und feste Hausschuhe.

Pflege und Hygiene

Unparfümiertes Duschgel und Shampoo, Zahnbürste und Zahnpasta, Deo, eine weiche Rolle Toilettenpapier, weil das Klinikpapier nach der Geburt oft unangenehm rau ist, Bürste oder Kamm, und falls du Kontaktlinsen trägst, Brille und Aufbewahrungsbehälter als Ersatz für die ersten Tage. Dazu mehrere Still-BHs, am besten eine bis zwei Nummern größer gekauft, weil die Brust nach dem Milcheinschuss noch einmal zunimmt.

Der Geheimtipp, den mir keine Liste vorher verraten hat: das Stilllicht

Das kalte, grelle Neonlicht auf der Wochenbettstation war für mich beim ersten Kind eines der unterschätztesten Probleme überhaupt. Nachts, wenn das Baby alle zwei Stunden gestillt werden wollte, musste ich entweder das grelle Deckenlicht anmachen, wodurch ich und das Baby komplett wach wurden, oder im Halbdunkeln tasten und nichts erkennen. Beim zweiten Kind hatte ich eine kleine, warme Mini-Lampe* dabei, klein genug, um sie auf den Nachttisch oder ans Bett zu klippen, mit weichem, warmem Licht statt kaltem Weiß. Das war eine der unscheinbarsten, aber gleichzeitig wirkungsvollsten Sachen in meiner ganzen Tasche. Eine batteriebetriebene Lichterkette funktioniert genauso gut, wenn du sie einfach ums Bett oder um den Nachttisch legst, Hauptsache das Licht ist warm und gedimmt, nicht kalt und grell.

Der Lippenbalm, an den ich vorher nie gedacht hätte

Während der Geburt selbst hatte ich unglaublich trockene Lippen, mehr als bei jeder Erkältung vorher, was vermutlich am vielen Atmen durch den Mund während der Wehen lag. Beim ersten Kind hatte ich schlicht keinen Lippenbalm dabei und mein Mann musste zwischendurch einen an der Kreißsaal-Rezeption organisieren. Seitdem liegt bei mir immer ein Lippenbalm griffbereit direkt in der kleinen Kreißsaal-Tasche, nicht irgendwo unten in der großen.

Trockenshampoo, oder: die Sache mit dem Haarewaschen

Beim ersten Kind hatte ich tatsächlich naiv geglaubt, ich würde während des Klinikaufenthalts ganz normal duschen und mir die Haare waschen, so wie zu Hause. Die Realität sah anders aus: Zwischen Stillen, Arztvisiten, Besuch und einem Baby, das man kaum eine Minute allein lassen möchte, blieb dafür schlicht keine Zeit und auch keine Energie. Beim zweiten Kind hatte ich Trockenshampoo dabei, und das war eine der unaufgeregtesten, aber wirkungsvollsten Entscheidungen in der ganzen Tasche, weil ich mich damit wenigstens frisch fühlen konnte, ohne mich tatsächlich unter die Dusche stellen zu müssen.

Die Po-Dusche, über die niemand vorher spricht

Das war der Tipp, den mir eine andere Mama aus meiner Nachbarschaft zugesteckt hat, und den keine offizielle Klinik-Checkliste erwähnt: eine kleine tragbare Po-Dusche*, die du nach dem Toilettengang statt Papier benutzt. Nach der Geburt ist der Dammbereich empfindlich, teilweise genäht, und selbst weiches Toilettenpapier fühlt sich dann noch unangenehm an. Mit der Po-Dusche lässt sich der Bereich stattdessen einfach sanft abspülen. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet dieses kleine Plastikding zu den nützlichsten Dingen in meiner ganzen Tasche gehören würde, aber genau so war es.

Brustwarzensalbe, schon bevor es wehtut

Beim ersten Kind hatte ich keine Brustwarzensalbe* dabei, weil ich dachte, das brauche ich erst, wenn tatsächlich etwas wund ist. Die ersten Stillversuche sind aber für die meisten Brustwarzen ungewohnt, unabhängig davon, ob später wirklich wunde Stellen entstehen oder nicht. Beim zweiten Kind hatte ich eine Lanolin-Salbe von Anfang an griffbereit und einfach direkt nach jedem Stillen aufgetragen, statt erst zu warten, bis es schon wehtat.

Ein Kirschkernkissen gegen die Nachwehen

Was mich beim ersten Kind völlig überrascht hat, waren die Nachwehen in den Tagen nach der Geburt, die sich anfühlten wie ein Wiederaufflammen der Geburtswehen selbst, weil sich die Gebärmutter zurückbildet. Eine Wärmflasche ist in vielen Kliniken aus Sicherheitsgründen inzwischen nicht mehr erlaubt, ein Kirschkernkissen* dagegen meistens schon. Ich hatte beim zweiten Mal eines dabei, und die Wärme auf dem Bauch hat spürbar geholfen.

Packing Cubes statt loser Klamottenberge

Ein kleiner, aber praktischer Unterschied: Beim ersten Kind war alles lose in der Tasche verteilt, sodass mein Mann jedes Mal die ganze Tasche umkrempeln musste, um zum Beispiel frische Unterwäsche zu finden. Beim zweiten Mal hatte ich alles in dünne Packing Cubes sortiert, je einen für Kleidung, einen für Pflegeprodukte, einen für Baby-Sachen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat den Überblick in der Tasche aber deutlich verbessert, gerade weil mein Mann so auf einen Blick sehen konnte, welches Fach er öffnen musste.

Weitere Wohlfühl-Extras, die sich bei uns bewährt haben

Eine Trinkflasche, aus der du auch in ungewöhnlichen Positionen trinken kannst, weil man während der Geburt oft mehr Durst hat, als man denkt. Energiereiche Riegel, am besten mehrere verschiedene Sorten, weil man während langer Wehenphasen oft keinen großen Appetit auf etwas Bestimmtes hat und froh ist, wenn wenigstens eine Sorte gerade passt, dazu Datteln oder Traubenzucker für den schnellen Energieschub zwischendurch, weil eine Geburt kräftezehrend ist und die Klinik meist nur Wasser und Tee bereitstellt. Ohrstöpsel für die Wochenbettstation, falls du dir das Zimmer mit anderen Wöchnerinnen und ihren Babys teilst, was die Nächte erheblich erträglicher macht. Ein Ladekabel, das lang genug ist, um vom Bett aus die Steckdose zu erreichen, weil die meisten Krankenhausbetten weiter von der Steckdose entfernt stehen, als man erwartet.

Für das Baby: eigentlich nur ein einziges Outfit nötig

Das war für mich beim ersten Kind die größte Überraschung, weil ich vorher wie wild Bodys, Strampler und Mützchen in Vierer- und Fünferpacks gekauft und eingepackt hatte. Tatsächlich stellt die Klinik für den ganzen Aufenthalt, also für den Kreißsaal und die Wochenbettstation, komplette Kleidung für das Baby, inklusive Windeln. Du brauchst von zu Hause im Grunde nur ein einziges eigenes Outfit, und zwar für die Heimfahrt: einen Body, einen Strampler oder Anzug passend zur Jahreszeit, Söckchen und ein Mützchen, dazu die bereits im Auto fest installierte Babyschale. Alles andere, was ich beim ersten Kind zusätzlich eingepackt hatte, ist unbenutzt wieder mit nach Hause gefahren.

Für deine Begleitperson

Wechselkleidung, Zahnbürste, ein eigenes Ladekabel, und falls sie über Nacht bleibt, auch bequeme Kleidung zum Schlafen. Das klingt banal, ist aber bei uns tatsächlich beide Male fast vergessen worden, weil man beim Packen instinktiv zuerst an sich selbst und das Baby denkt.

Der Punkt, an dem sich bei mir wirklich etwas verändert hat

Ich hatte mir zwischenzeitlich bestimmt dreizehn verschiedene Kliniktaschen-Checklisten heruntergeladen, jede ein bisschen anders, keine wirklich hilfreicher als die vorherige, und trotzdem stand die Tasche danach immer noch genauso leer im Schrank wie vorher. Der eigentliche Wendepunkt kam also nicht durch die vierzehnte perfekte Checkliste, sondern durch ein einziges Gespräch mit meiner Hebamme in der 30. Woche der zweiten Schwangerschaft, in dem sie mir sagte, ich solle die Tasche gemeinsam mit meinem Mann packen, nicht allein für ihn packen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat aber tatsächlich alles verändert. Als wir gemeinsam am Küchentisch saßen und Stück für Stück durchgingen, was in welche der beiden Taschen sollte, wusste mein Mann am Ende genau, wo was lag, ohne bei mir nachfragen zu müssen, während ich in den Wehen war. Genau das war beim ersten Kind das Problem gewesen: Ich hatte allein gepackt, allein entschieden, und im entscheidenden Moment war ich die Einzige, die wusste, wo sich irgendetwas befand, und ich konnte in dem Moment schlicht nicht mehr sprechen.

Zusätzlich habe ich mir zum ersten Mal eine Liste direkt auf die Innenseite der Tasche geklebt, mit allem, was noch fehlte und erst in letzter Minute hineingelegt werden konnte, also Ladekabel, Mutterpass, Portemonnaie. Diese Liste hat uns beim zweiten Kind tatsächlich vor genau dem Fehler bewahrt, den wir beim ersten Kind gemacht hatten. Als die Wehen einsetzten, musste mein Mann nur die Liste abhaken, und wir standen nach neun Minuten im Auto, statt nach einer Stunde in der Wohnung herumzurennen.

💛 Die Kliniktasche muss nicht jede Eventualität abdecken. Es reicht, wenn eine zweite Person weiß, wo was liegt, falls du selbst gerade nicht ansprechbar bist.

Was ich heute anders mache

Heute packe ich, sobald ich eine feste Diagnose zur Schwangerschaftswoche vom Frauenarzt bekomme, sofort einen Termin für den Packtag in den Kalender ein, nicht als vage Idee, sondern als festen Termin mit Uhrzeit, an dem ich mit meinem Partner gemeinsam Zeit dafür reserviere. Ich packe konsequent zwei getrennte Taschen, eine kleine, handliche für den Kreißsaal, in der wirklich nur das liegt, was während der Geburt selbst gebraucht wird, und eine größere für die Wochenbettstation, die im Auto bleibt, bis sie tatsächlich gebraucht wird. Ich achte bewusst auf unparfümierte Pflegeprodukte, zumindest für die ersten Tage nach der Geburt. Und ich habe akzeptiert, dass ich nicht jede denkbare Situation mit eigenem Material abdecken muss, weil die Klinik im Zweifel ohnehin alles Nötige hat.

Meine Tipps für andere Mamas in der gleichen Situation

1. Setz dir einen festen Kalendertermin, keinen vagen Vorsatz. „Irgendwann in den nächsten Wochen“ funktioniert bei mir persönlich nie. Ein Termin mit Uhrzeit zwischen der 34. und 36. Woche schon.

2. Pack die Tasche gemeinsam mit deiner Begleitperson. Nur so weiß sie im Ernstfall wirklich, wo was liegt, ohne dass du in den Wehen noch Regieanweisungen geben musst.

3. Trenn Kreißsaal- und Wochenbett-Sachen konsequent in zwei Taschen. Die kleine Tasche für den Kreißsaal bleibt griffbereit, die große für die Station kann im Auto warten.

4. Klebe eine Liste mit den Last-Minute-Dingen direkt auf die Tasche. Ladekabel, Mutterpass, Geldbeutel: Alles, was du noch im Alltag brauchst, kommt erst kurz vor der Abfahrt rein, aber die Liste verhindert, dass ihr in der Aufregung etwas vergesst.

5. Erkundige dich vorab bei deiner Klinik, was gestellt wird. Das nimmt den größten Druck, weil du dann genau weißt, was du wirklich selbst mitbringen musst und was nicht.

⚕️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder hebammliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Kindes oder zu dir wende dich bitte an eine Fachperson.

💗 Meine Empfehlung

Kliniktasche mit sinnvoller Fächeraufteilung

Beim zweiten Kind hatte ich eine Tasche mit klaren, separaten Innenfächern, statt eines einzigen großen Hauptfachs, in dem am Ende alles durcheinanderrutscht. Das hat mir tatsächlich geholfen, die Trennung zwischen Kreißsaal-Sachen und Wochenbett-Sachen konsequent durchzuhalten, weil jedes Fach seine feste Zuordnung hatte. Ein kleiner Nachteil: Für die zweite, größere Tasche für die Wochenbettstation habe ich mir trotzdem eine separate Reisetasche dazu gekauft, weil eine Tasche allein für beide Phasen bei uns am Ende doch zu klein war.

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Häufige Fragen zur Kliniktasche

Wie lange hat das bei euch gedauert, bis die Tasche wirklich fertig war?

Beim zweiten Kind haben wir an einem Nachmittag beide Taschen gemeinsam gepackt, ungefähr zwei Stunden inklusive Diskussion darüber, was wirklich gebraucht wird. Beim ersten Kind war es dagegen eine chaotische Stunde mitten in den Wehen, weil vorher gar nichts vorbereitet war.

Brauche ich bei einer geplanten Hausgeburt oder ambulanten Geburt trotzdem eine Kliniktasche?

Ja, auch dann würde ich dazu raten. Selbst bei geplanter Hausgeburt oder ambulanter Entbindung kann es während der Geburt zu einer Verlegung ins Krankenhaus kommen, und dann bist du froh, wenn eine Tasche griffbereit steht, statt in dem Moment improvisieren zu müssen.

Was, wenn ich es trotz aller Vorsätze nicht schaffe, rechtzeitig vor der Geburt zu packen?

Dann ist das kein Beinbruch. Jede Klinik hat im Notfall das Nötigste vorrätig, vom Nachthemd bis zur Windel für das Baby. Es ist unangenehmer als eine vorbereitete Tasche, aber keine Katastrophe, falls die Geburt schneller kommt, als du geplant hast.

Sollte ich für einen geplanten Kaiserschnitt anders packen als für eine spontane Geburt?

Ein paar Dinge schon: besonders bequeme, locker sitzende und eher höher geschnittene Unterwäsche, weil die Naht in den ersten Tagen empfindlich ist, und eventuell etwas mehr Zeit für den Klinikaufenthalt einplanen, da er nach einem Kaiserschnitt in der Regel länger dauert als nach einer vaginalen Geburt.

Wie hat mein Partner sich auf die Geburt vorbereitet, was seine eigene Tasche betrifft?

Er hatte eine kleine eigene Tasche mit Wechselkleidung, Zahnbürste und einem Ladekabel, falls er über Nacht in der Klinik bleibt. Das war beim ersten Kind komplett vergessen worden, beim zweiten haben wir es direkt mit eingeplant, als wir gemeinsam gepackt haben.

💗

Andrea, zweifach Mama

Ich schreibe hier ehrlich über den Alltag mit zwei Kindern, ohne Hochglanz. Meine Erfahrung mit der Kliniktasche Geburtsvorbereitung beim ersten und beim zweiten Kind zeigt vor allem eins: Beim zweiten Mal wird fast alles entspannter.

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